Waldbauern erhalten Hilfe zur Waldrettung

Das Brandenburger Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) hat am 1.Februar neue Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Folgen von Extremwetterereignissen und für mehr Naturschutz im Wald eine neue Förderrichtlinie erlassen.

Der märkische Wald hat in der jüngeren Vergangenheit durch Trockenheit, Brände, Stürme und Schädlingsbefall arg gelitten. Abhilfe schaffen naturnahe Bewirtschaftungsformen, Beseitigung von Brutmaterial, vorbeugende Waldbrand- und Naturschutzmaßnahmen in den Wäldern. Die Waldbauern in Brandenburg wären allein mit der Bewältigung der Waldschäden und Wiederherstellung naturnaher Wälder finanziell überfordert. Deshalb greift der Staat den überwiegend kleinen Forstbetrieben helfend unter die Arme.

Kleinprivatwaldbesitzer können bis zu 90 Prozent ihrer Aufwendungen gegen die weitreichenden klimabedingten Waldschäden erstattet bekommen.

„Angesichts der großen Herausforderungen vor denen die Waldbauern stehen, hat die Landesregierung schnell reagiert. Nun kommt es auf die Umsetzung in den märkischen Wäldern durch die Waldbauern an.“

Enno Rosenthal, Vorsitzender des märkischen Waldbauernverbandes

„Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen kommt im Kleinprivatwald dabei durch ihre Vermittlungs- und Bündelungsfunktion wieder eine entscheidende Rolle zu. Außerdem wird der Waldbauernverband mit seinen beiden Bildungsformaten Waldbauernschule und Waldtrainer_BB, das Antragsverfahren verständlich machen und fachliche praktische Tipps für die Waldarbeit geben. Gemeinsam kriegen wir die Situation im Wald in den Griff und die Kolleginnen der Hoheitsforstämter werden uns dabei hilfreich zur Seite stehen“, kündigt der Vorsitzender Waldbauernverband Brandenburg an.

Die Kurse der Waldbauernschule Brandenburg finden im Februar mit dem Projekt Waldtrainer_BB ihre online-basierte Fortsetzung beziehungsweise Ergänzung. Ein erstes Online-Angebot im Rahmen des Projektes Waldtrainer_BB geht ging auf Sendung. In seinem dort angebotenen Fachvortrag wird sich der Forstsachverständige Thomas Meyer dabei speziell mit der aktuellen Förderung für einen klima- und zukunftsicheren Wald befassen.

Die neuen Vorträge sind auf dem YouTube-Kanal der Brandenburger Waldbauernschule und auch über die Internetseite www.waldlust-brandenburg.de abrufbar. Anmeldungen sind direkt und auch über Facebook möglich.

Der Ausverkauf geht weiter

Der Thünen Report 80 fasst die Ergebnisse eines Projekts „Auswirkungen überregional aktiver Investoren in der Landwirtschaft auf ländliche Räume“ zusammen. Darin wurde eine Fallstudien-Methodik zur Untersuchung der Auswirkungen solcher Investoren auf die übernommenen landwirtschaftlichen Betriebe, auf Wertschöpfung und Beschäftigung sowie Umwelt und Lebens-qualität in den betroffenen Gemeinden entwickelt.

Die Methodik wurde in Form explorativer Fallstudien in zwei ostdeutschen Regionen erprobt und verfeinert. Im Ergebnisteil werden Agri-Holdings als zentrale Entscheidungseinheiten eingeführt und in ihrenAusprägungenbeschrieben. Gründe für deren Entstehen sowie Hintergründe für den Verkauf von Agrarunternehmen in den Fallregionen werden herausgearbeitet. Ergebnis der Analyse von Eigentums-und Bewirtschaf-tungsdaten ist die „konsolidierte Agrarstruktur“ der Region, die deutlich von den Zahlen der amtlichen Agrarstatistik abweicht.

Die Wirkung der Betriebsübernahmen durch Holdings auf die Beschäftigung oder das Steueraufkommen in den Gemeinden ist nicht messbar, da der Beitrag der Landwirtschaft hierzu auch in den ländlichen Regionen insgesamtnur noch sehr gering ist. Zur Stabilisierung der ländlichen Ökonomie im letzten Jahrzehnthat die Landwirtschaft insgesamt wenig beigetragen. Generell verstärkt die Herausbildung von Agri-Holdings die wachsende Distanz zwischen den Agrarunternehmen und der ländlichen Bevölkerung.

Studie zum Download

Beitrag im Tagesspiegel

Nachhaltigkeitsprämie Wald: Verfahren erweitert

Bisher über 60 Millionen Euro bewilligt

Ab sofort können auch Waldbesitzer, die Mitglied in mehreren forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen (FWZ) sind, die Waldprämie beantragen. Das Verfahren zum Beantragen der Nachhaltigkeitsprämie Wald wurde entsprechend erweitert. Bislang liegen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) 57.000 Anträge auf Auszahlung der Prämie vor.

Die Abfrage der Mitgliedschaften in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen erfolgt jetzt in Kombination mit der Dateneingabe zu den Zertifikaten für nachhaltige Waldbewirtschaftung nach PEFC- oder FSC-Standard bzw. vergleichbare Zertifizierungen. Seit dem Start der Nachhaltigkeitsprämie Ende November 2020 haben rund 57.000 private und kommunale Waldbesitzer die Prämie für bislang ca. 3 Millionen Hektar Wald beantragt.

Die Summe der bewilligten Mittel beläuft sich auf über 60 Millionen Euro.

Auf der Seite www.bundeswaldpraemie.de finden Antragsteller Informationen zum Antragsablauf sowie Antworten auf die wichtigsten Fragen. Der Online-Antrag ist erreichbar über https://www.bundeswaldpraemie.de/online-antrag.

Die einmalige Leistung kann bis zum 31. Oktober 2021 online bei der FNR beantragt werden, die das Zahlungsverfahren im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) abwickelt.

Submission von Brandenburger Holz

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg lädt am 20. Januar 2021 zu seiner mittlerweile 31. Holzsubmission ein. Bei der Submission wird Brandenburger Laubholz nach schriftlichem Gebot meistbietend verkauft. In diesem Jahr sind die Gebotseröffnung und die Zuschlagserteilung wegen Corona nicht öffentlich. In der Landeswaldoberförsterei Chorin wird Wert- und Sägeholz aus dem Brandenburger Landeswald angeboten und an Kunden aus dem In- und Ausland verkauft.

Angeboten werden insgesamt 214 Stämme, überwiegend Eichen. 388 Kubikmeter Laubholz, davon 227 Kubikmeter hoch- und höchstpreisiges Wertholz und 161 Kubikmeter Sägeholz können beboten werden. Der größte Anteil fällt auf die Holzarten Eiche, daneben Esche und andere Laubhölzer.

Bei einer Submission wird jedem Stamm eine Information zugeordnet, welches die nötigen Angaben (Baumart, Länge, Durchmesser, Güteklasse, Herkunftsort, Zertifizierung) für die Holzverarbeitung enthält. Interessierte Bieter können den Angebotskatalog im Internet einsehen sowie die 214 Stämme auf dem vorbereiteten Platz in Chorin besichtigen. Ohne die Angebote der Mitbieter zu kennen, schicken die Holzkäufer ihre schriftlichen Angebote an den Landesbetrieb Forst Brandenburg. Am 20. Januar 2021 werden alle Angebote geöffnet, verglichen und es werden die Zuschläge an den jeweils Meistbietenden erteilt.

Schon seit dem 4. Januar 2021 können Bieter und Interessierte die Stämme auf dem Submissionsplatz in Chorin bis zum Submissionstermin besichtigen.

Wichtige Informationen sowie die Angebotskataloge und Formblätter zum Download im Internet unter: www.forst.brandenburg.de.

Der Landesbetrieb Forst Brandenburg erntet im Landeswald jährlich rund eine Million Kubikmeter Rohholz, davon 385.000 Kubikmeter Sägeholz. Die zur Submission angebotenen Werthölzer stellen nur einen Bruchteil des jährlich in Brandenburg eingeschlagenen Holzes dar. Diese Spitzenqualitäten werden ausschließlich für die Herstellung hochwertiger Produkte wie Furniere, Möbel, Fenster und Türen eingesetzt. Das Holz aus dem Landeswald ist vollständig nach den Kriterien des PEFC – Siegels (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) für umweltschonende und nachhaltige Waldbewirtschaftung zertifiziert.

Premiere der Online-Schulung

Die Frühjahrsexkursion 2020 musste vorerst virtuell ins Internet verlagert werden. Brandenburger Waldbauern werden hier online informiert. Wir befanden uns bereits in einer angespannten Waldsituation und genau da trifft uns alle die Corona-Krise.

Das Leben des Waldes – und unser reglementierter Alltag – gehen aber weiter. Daher haben die Dozenten der Waldbauernschule Brandenburg versucht, vorerst ein virtuelles Überbrückungsangebot zu den ausgewählten Themen Waldschutz, Holzmarkt, Waldbau und Aktuelles online für Sie anzubieten. Wir bitten um Verständnis, wenn unser 1. Online-Versuch eine ausführliche Information, Schulung und Beratung nicht vollständig ersetzt und technisch möglicherweise noch nicht perfekt realisiert wurde:

Gewiss wird der Wald sich erholen und hoffentlich bleiben auch wir alle gesund und überstehen die allgemeinen Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens halbwegs unbeschadet. Jedem dürfte wohl in dieser gesellschaftlichen Ausnahmesituation verständlich sein, dass wir leider die aktuell geplanten Schulungsexkursionen unterbrechen und alle bis einschließlich Mai ausfallende Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit verschieben mussten.

Wie das ganze Land müssen auch wir in vielen Dingen improvisieren. Unsere Referenten, wie auch die Forstbetriebsgemeinschaften (FBGn), die anerkannten Berater und die Hoheits-Ober- und Revierförstereien stehen Ihnen als private Waldbesitzer aber auch jetzt und in Zukunft zur Verfügung. Bei der Waldbauernschule Brandenburg sind Sie zum Beispiel herzlich eingeladen, einem Online-Vortrag zu folgen.