2. virtuelle Exkursion für Waldbauern

Für den kommenden Sonnabend, den 29. August 2020, bereiten die Referenten der Waldbauernschule Brandenburg eine neue virtuelle Exkursion in die märkischen Wälder vor. Um 10 Uhr wird es auf dem YouTube-Kanal der Waldbauernschule eine ca. 45-minütige Schaltung ins Revier geben. Es geht diesmal um den Schutz und die Pflege des Waldes, die Sorgen und Nöte der Waldbauern mit kleinem Besitz, um Hilfe zur Selbsthilfe ohne viel Aufwand. Freude an der Waldarbeit, die Schönheiten der Natur und Zuversicht wollen wir teilen.Denn geteilte Freude ist doppelte Freude und gemeinsam lassen sich besondere Herausforderungen besser überwinden.

Reguläre Exkursionen der Waldbauernschule wird es im Herbst 2020 wieder geben (Exkursionszeitraum 11./12.09.2020 – 27./28.11.2020)

Die Waldbauernschule Brandenburg lädt herzlich zu den nächsten Schulungsexkursionen in die Brandenburger Waldreviere ein.

Angespannter Rohholzmarkt, Wirtschafts- und Klimakrise  –  die Welt gerät in Unordnung, aber der Wald wächst weiter und wo er stark geschädigt ist, braucht es fachlichen Rat, Geld und außerordentliche Anstrengungen, damit alles wieder in sein natürliches Lot kommt.

Der Themenkomplex Aktuelles wird einen Gesamtüberblick über die Lage vermitteln.
Auf die größte Gefahr, den Waldbrand, werden die Referenten eingehen (einschließlich Vorführung von technischem Kleingerät zur Waldbrandnachsorge).

Das Hauptthema, sinnvolle Waldverjüngung und Umbau mittels Saaten (von Saatgutgewinnung beziehungsweise Einkauf bis zur Durchführung incl. Finanzierung und Förderung) behandeln wir ausführlich.

Natürlich werden die Schulungsexkursionen der Coronalage angepasst gestaltet.

Die aktuellen Termine sowie die Möglichkeit der verbindlichen Anmeldung gibt es auf der Facebookseite der Waldbauernschule Brandenburg oder bei Waldlust Brandenburg.

SCHULUNGSEXKURSIONEN HERBST 2020

Im Herbst bieten wir in bewährter Form unsere Schulungsexkursionen im Zeitraum 11./12.09. bis 27./28.11.2020 brandenburgweit an 26 Orten an.

Überblick Termine:   ► hier
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Hier finden Sie die Aufzeichnung der 1. virtuellen Waldbauernschule:

Brandenburger Waldbauern weiterhin mit eigener Interessenvertretung

Bereits seit 12 Jahren unterbreitet die vom Waldbauernverband Brandenburg e.V. getragene Waldbauernschule in Brandenburg kleinen Privatwaldbesitzern zwischen Prignitz und Lausitz forstliche Bildungsangebote. Diese sollten jetzt weiterentwickelt und um ein Online-Schulungsangebot ergänzt werden. Doch dieses Bemühen stößt beim Waldbesitzerverband Brandenburg offensichtlich auf Kritik. Beide Verbände befinden sich seit zwei Jahren in Fusionsverhandlungen, um die Interessenvertretung aller Waldeigentümer im Land Brandenburg zu stärken.

Der Waldbesitzerverband des Landes Brandenburg hat dieser Tage die Gespräche mit dem Waldbauernverband Brandenburg über eine Fusion einseitig abgebrochen.

„Wir haben die Verhandlungen immer mit dem Ziel geführt, die Spaltung der Privatwaldbesitzer in Brandenburg zu beenden. Doch offensichtlich hatte man bei unserem Verhandlungspartner Angst vor der eigenen Courage, was eine Fusion auf Augenhöhe betrifft“, erklärt der Vorsitzende des Waldbauernverbands Brandenburg, Enno Rosenthal.

Rosenthal weiter: „Die vom Waldbesitzerverband genannten Argumente für den Rückzug, der Start weiterer Initiativen und der Beginn einer Onlineschulung im Rahmen des erfolgreichen Projekts Waldbauernschule Brandenburg sei hinter ihrem Rücken initiiert worden, sind falsch. Der Verhandlungspartner war von Anfang an über die beiden Projekte informiert, was auch in den Protokollen der gemeinsamen Vorstandssitzungen festgehalten worden ist.

Unsere Vorhaben, das forstliche Bildungsangebot der Waldbauernschule für die Zukunft weiter zu entwickeln und als landesweites Online-Schulungsangebot auszubauen, sowie mit dem Projektantrag ‚Waldtrainer‘ (Waldbauernverband Brandenburg, UNIQUEforstry Freiburg und KWF Großumstadt) die Referenten der Waldbauernschule an einer zukunftsfähigen Form der virtuellen wald- und umweltbezogenen Weiterbildung für Waldbesitzende und Vorstände forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse teilhaben zu lassen, werden wir weiter vorantreiben.“

Der stellvertretende Vorsitzender des Waldbauernverbandes und Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Altbensdorf-Vehlen, Steffen Noack, erklärt zum vorläufigen Gesprächsabbruch des Waldbesitzerverbandes: „Wir Waldbauern sind angesichts der engagierten gemeinsamen Vorarbeiten enttäuscht, werden aber umso stärker unsere Themen Berufsgenossenschaft, Gewässerunterhaltung und vor allem die Weiterentwicklung der überbetrieblichen Zusammenarbeit in Forstbetriebsgemeinschaften voranbringen. Wir bleiben eine starke Stimme für den Brandenburger Kleinprivatwald und für forstliche Zusammenschlüsse.“

Waldbaurnversammlung
Waldbauernversammlung im Juni 2019 in Paaren/Glien. Das Auditorium von über 100 Waldbesitzern diskutiert und beschließt unter anderem die Fusion der beiden Verbände der Waldbesitzer und Waldbauern.

Waldbrandflächen als Lernorte für Forschung und Gesellschaft

Wälder sind in vielfacher Weise Opfer des Klimawandels. Hitze, Trockenheit, Stürme und Brände haben die Wälder in Brandenburg in den letzten drei Jahren extrem belastet und gezeichnet. Mit dem Forschungsprojekt PYROPHOB der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und sieben weiteren Partnern soll die Entwicklung verbrannter Waldflächen bei Jüterbog und Treuenbrietzen untersucht werden, um Lösungen für die Walderholung und Waldbrandvermeidung zu entwickeln. Die Flächen werden zu Lernorten für Waldökologie, Forstwirtschaft und Gesellschaft.

Vor ungefähr einem Jahr gab es den größten Waldbrand der letzten Jahrzehnte in Brandenburg. 744 Hektar Wald gingen bei Jüterbog in Flammen auf. 400 Hektar brannten 2018 in Treuenbrietzen. Auch in Zukunft wird es in Hitze- und Dürreperioden zu Bränden kommen. „Es besteht jedoch die Chance, aus den vergangenen Ereignissen und ergriffenen Maßnahmen systematisch zu lernen, um zukünftig die Risiken zu reduzieren und die Erholungsfähigkeit von Waldökosystemen zu stärken. Die Aufgabe, die Waldbewirtschaftung an den Klimawandel anzupassen, ist eine der zentralen Herausforderungen der Landnutzung“, sagt Prof. Dr. Pierre Ibisch, HNEE-Projektleiter. Mit dem Projekt PYROPHOB (der Begriff bedeutet ‚feuerabweisend‘) habe man nun die Möglichkeit, aus Waldbrandkatastrophen zu lernen. Auf den Flächen sollen Daten zum Wasserhaushalt, Boden, Mikroklima, und zur Entwicklung von Pilzen, Pflanzen und Tieren erhoben werden. „In Zeiten des Klimawandels könnte von entscheidender Bedeutung sein, welche Strukturen auf den Flächen Schatten und Kühlung spenden sowie Wasser zurückhalten, damit neue Bäume aufwachsen können – und zwar möglichst solche, die nicht so leicht brennen“, sagt Jeanette Blumröder, HNEE-Projektkoordinatorin. Zu den Projektpartnern zählen die Brandenburgische Technische Universität Cottbus – Senftenberg (BTU), das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE), die Naturwald Akademie, das Senckenberg Deutsche Entomologische Institut, die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, das Thünen-Institut für Forstgenetik und die Universität Potsdam.

Die Flächen

Das Untersuchungsgebiet umfasst vor allem kieferndominierte Wälder bzw. Kiefernreinbestände auf trockenen und nährstoffarmen Standorten im südlichen Brandenburg (bei Treuenbrietzen und Jüterbog). „Die Waldbrandflächen waren unterschiedlich starken Feuerintensitäten ausgesetzt und haben in verschiedenen Jahren (2017, 2018, 2019) gebrannt. Sie zeichnen sich durch unterschiedliche Ausgangsbedingungen, wie Baumalter und Vegetation bzw. Baumbestockung und teilweise auch abiotische und biotische Standortfaktoren aus“, berichtet Pierre Ibisch. Auf den Flächen in Treuenbrietzen wurden bereits erste forstliche Maßnahmen umgesetzt, darunter die vollständige und teilweise Räumung von verkohltem Restholz, das Pflügen von Böden oder auch die Bepflanzung mit verschiedenen Baumarten. Bedeutsam ist der Vergleich mit Flächen, auf denen nicht eingegriffen wurde und wo sich spontan neue Bäume eingestellt haben. Die Flächen der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, unter anderem auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog, sind der Wildnisentwicklung im Sinne des Prozessschutzes gewidmet. Hier finden auf über 75 Prozent der Fläche bereits keine menschlichen Eingriffe mehr statt, so dass die Natur sich frei entwickeln kann. Insgesamt hat es hier im letzten Jahr auf über 1000 Hektar gebrannt. „Das Projekt PYROPHOB bietet nun die einmalige Gelegenheit, zu beobachten, wie sich Waldbrandflächen in einem Wildnisgebiet ohne menschliche Einflussnahme entwickeln, welche Arten sich durch natürliche Sukzession hier kurz- und langfristig einstellen und auch wechselnde Klimabedingungen überdauern können“, sagt Dr. Andreas Meißner, Geschäftsführer der Stiftung.

Freilandlabore auch für die Öffentlichkeit

Das Projekt PYROPHOB wird nicht allein die Forschung voranbringen. Auch Bürger*innen, Schüler*innen, Expert*innen, Praktiker*innen und Entscheidungsträger*innen sind angesprochen, sich mit den Gebieten und ihrer Brandgeschichte sowie deren ökosystemarer Entwicklung auseinanderzusetzen. Geplant ist es, verschiedene Veranstaltungen vor Ort zu organisieren, eine Fachtagung auszurichten und eine Webseite zum Projekt aufzusetzen, auf der gebündelt alle Informationen rund um PYROPHOB veröffentlicht werden. Darüber hinaus profitieren auch die Studierenden der drei beteiligten brandenburgischen Hochschulen von den gewonnenen Erkenntnissen. Sie werden in Studiengängen wie z.B. Forstwirtschaft an der HNEE, Landnutzung und Wasserbewirtschaftung an der BTU oder Ecology, Evolution and Conservation an der Universität Potsdam auf den Flächen erleben können, wie sich Waldbrandflächen entwickeln und welche Strategien wirksam sind.

Eckdaten zum Projekt

Projektname: Verbundprojekt Strategien zur Entwicklung von pyrophoben und klimawandelresilienten Wäldern auf Waldbrandflächen (PYROPHOB)
Projektkoordinator: Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde / Centre for Econics and Ecosystem Management
Förderung: Gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Projektdauer: 5 Jahre

Das Projekt ist den Förderschwerpunkten 1 „Anpassung der Wälder an den Klimawandel“ und 2 „Sicherung der Kohlenstoffspeicherung und Erhöhung der CO2-Bindung von Wäldern“ zuzuordnen und bezieht sich auf die Förderrichtlinie Waldklimafonds und im speziellen den Förderaufruf „Waldbrände – Herausforderungen bei der Vermeidung und Bewältigung angehen“.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Pierre Ibisch
Projektleiter von PYROPHOB
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde/ Centre for Econics and Ecosystem Management
Telefon 03334 657178

Begehung auf einer der Waldbrandflächen Foto: Dr.Tilo Geisel

Diagnosesystem für Schäden an Waldbäumen

Am Institut für Waldschutz werden im Rahmen eines Diagnose-Services seit vielen Jahren Schädlinge, Krankheiten sowie abiotische Schadensursachen von Bäumen und Sträuchern bestimmt. Die Diagnosen sowie zusätzliche Daten wie Symptome, Schadensumfeld und Vorschädigungen werden in einer Datenbank, dem Schadensdiagnosesystem gespeichert, wodurch die gesammelten Erfahrungen ständig erweitert und die Effizienz bei den Diagnosen gesteigert werden.

Alles ist im Internet frei zugänglich und die Fundorte in Googlemaps über ein statisches API dargestellt. Zusätzlich werden online Informationsblätter zu vielen Schadensursachen an (Informationssystem) geboten.

https://bfw.ac.at/ws/sd.web

Waldwissen.net feierte 2015 sein 10-jähriges Bestehen. Weil die technische Entwicklung am Waldrand nicht Halt macht, gibt es waldwissen.net seit dann als App für Android und iPhones.

Rasante Entwicklung

Seit dem 16. Februar 2005 stellt das Portal Fachwissen rund um das Thema Wald und Forstwirtschaft zur Verfügung. Dank mittlerweile über 3200 Artikeln in vier Sprachen entwickelte sich waldwissen.net zur umfangreichsten Online-Informationsquelle über den Wald im deutschsprachigen Raum.

Die Webstatistik zu waldwissen.net zeigt mit über 200.000 Benutzern pro Monat erfreulich hohe Zugriffszahlen. Unterdessen greift mehr als ein Drittel der Nutzer mobil auf waldwissen.net zu (Mai 2015: 23% mit Smartphones, 12% mit Tablet-Computern). Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, haben wir waldwissen.net für mobile Geräte optimiert. 

Die Waldwissen.net App

Die neue App für iPhone und Android informiert den Smartphone-Benutzer unterwegs über neue Artikel. In der App lassen sich Beiträge  gut lesen, mittels Speicherfunktion kann man aber auch erst später auf die Artikel zurückzugreifen, zum Beispiel wenn man am grossen Desktop-Computer sitzt. Die Webseite ist weiterhin die Schnittstelle zum bestehenden «mein Waldwissen», wo man Themen im Empfehlungsdienst per Knopfdruck abonniert. Die Waldwissen-App ist gratis und wartet im Apple Store und bei Google Play darauf, erkundet zu werden.

QR-Code zu den App-Stores: Google Play und Apple Store.
Tablet-Optimierung

Nicht zu vergessen: Dank grösseren Klick- und Formularflächen ist waldwissen.net jetzt auch mit Tablets wesentlich besser bedienbar als bisher.

Premiere der Online-Schulung

Die Frühjahrsexkursion 2020 musste vorerst virtuell ins Internet verlagert werden. Brandenburger Waldbauern werden hier online informiert. Wir befanden uns bereits in einer angespannten Waldsituation und genau da trifft uns alle die Corona-Krise.

Das Leben des Waldes – und unser reglementierter Alltag – gehen aber weiter. Daher haben die Dozenten der Waldbauernschule Brandenburg versucht, vorerst ein virtuelles Überbrückungsangebot zu den ausgewählten Themen Waldschutz, Holzmarkt, Waldbau und Aktuelles online für Sie anzubieten. Wir bitten um Verständnis, wenn unser 1. Online-Versuch eine ausführliche Information, Schulung und Beratung nicht vollständig ersetzt und technisch möglicherweise noch nicht perfekt realisiert wurde:

Gewiss wird der Wald sich erholen und hoffentlich bleiben auch wir alle gesund und überstehen die allgemeinen Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens halbwegs unbeschadet. Jedem dürfte wohl in dieser gesellschaftlichen Ausnahmesituation verständlich sein, dass wir leider die aktuell geplanten Schulungsexkursionen unterbrechen und alle bis einschließlich Mai ausfallende Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit verschieben mussten.

Wie das ganze Land müssen auch wir in vielen Dingen improvisieren. Unsere Referenten, wie auch die Forstbetriebsgemeinschaften (FBGn), die anerkannten Berater und die Hoheits-Ober- und Revierförstereien stehen Ihnen als private Waldbesitzer aber auch jetzt und in Zukunft zur Verfügung. Bei der Waldbauernschule Brandenburg sind Sie zum Beispiel herzlich eingeladen, einem Online-Vortrag zu folgen.