Forderungen der Waldbauern im Frankendorfer Wald beschlossen

Vorsitzender des Waldbauernverbandes: „Vielhundertjähriges gutes Gedeihen in frischer Erde, gesunder Luft und in Frieden.“

In Waldbewirtschaftung und Forst wird in langfristigen Zeiträumen gedacht und gearbeitet. Nachhaltigkeit durch ökologischen, ökomischen und sozialen Naturschutz wurden praktisch im Wald „erfunden“. Der märkische Verein der kleinen Privatwaldeigentümer fand sich am 3. Oktober 2020 zum „Einheitsbuddeln“ sowie zu seiner 16. Waldbauernversammlung im Frankendorfer Wald (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) zusammen. Von diesem Gremium wurde auch der neue Vorstand des Waldbauernverbandes Brandenburg e. V. gewählt und Enno Rosenthal im Amt des Vorsitzenden bestätigt.

Im Rahmen der diesjährigen Waldbauernversammlung wurden beim „Einheitsbuddeln“ 30 Weißtannen- und 30 Douglasiensetzlinge gepflanzt. Außerdem stellten die vereinigten Waldbauern des Landes Brandenburg eine Reihe von Forderungen an die Landes- und Bundespolitik. Damit wollen sie eine noch stärkere Anerkennung der Leistungen des Waldes, insbesondere für den Klimaschutz erreichen. Zugleich möchten sie so den Erhalt bäuerlichen Waldeigentums stärken.

Foto: Juliane Menzel

Im Frankendorfer Wald bei Neuruppin wurden sechs Forderungen der Brandenburger Waldbauern beraten und verabschiedet:

  • Der Verein erwartet eine direkte Förderung der Betriebsleitung und Verwaltung von professionell arbeitenden Kleinprivatwald-Zusammenschlüssen durch das Land. Eine aktive Unterstützung dieser Zusammenschlüsse sowie Beratung durch den Landesforst wird eingefordert. Dazu sollte eine fachkundige Beraterin oder ein Berater der zuständigen Hoheitsoberförsterei sich in Zukunft als Dienstaufgabe ausschließlich mit den Belangen der Forstbetriebsgemeinschaften befassen.
  • Angezeigt sei nach Meinung der privaten Kleinwaldbesitzer eine wirksame, zeitgemäße Reform der Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen aller aktiven Waldbauern und forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse beim dringend erforderlichen Waldumbau, bei der Behebung der Waldschäden der vergangenen Jahre sowie für den Schutz natürlicher Waldgesellschaften, wertvoller Biotope und Einzelbäume.
  • Die Wandlung der staatlichen Forstverwaltung zu einem echtem und vorbildlichen Landesbetrieb für den Landeswald sei dringend geboten, so der Verband. Die untere Forstbehörde sollte nach Auffassung der Waldbauern „eine reine Hoheits- und Beratungsbehörde ohne wirtschaftliche Aufgaben sein.“ Gefordert wird daher eine Auflösung der Hoheitsabteilung im Landesforstbetrieb und zugleich die Stärkung der Landesforstanstalt Eberswalde.
  • Schließlich müsse eine Abschaffung der Eigentümer-Umlage für Gewässerunterhaltung durch die Kommunen endlich auf den politischen Prüfstand.
  • Außerdem müsse eine Anerkennung der wirtschaftenden Forstbetriebsgemeinschaften und sonstigen Zusammenschlüsse als Forstbetriebe her. Bei Einzelbetrieben solle die Betriebseigenschaft erst ab zehn Hektar Mindestgröße im Sozialgesetzbuch und im Bundesrecht festgeschrieben werden. Der Waldbauernverband erwartet den Zugang für alle Forstbetriebsgemeinschaften, Kleineigentümer und Waldbesitzerinnen in Brandenburg zu den angekündigten 1,5 Mrd. Euro Forstförderung im Sonderprogramm des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
  • Die märkischen Waldbauern fordern eine Reform der Jagdgesetze. Das Jagdrecht sollte vom Eigentümer auf die Bewirtschafter übertragen werden, die Jagdbezirke verkleinert, generelle Mindestabschusspläne für alle jagdbaren Wildarten als Orientierung müssten eingeführt werden. Das Jagdausübungsrecht zum unmittelbaren Schutz der Betriebsfläche vor Wildschäden in Land-, Forstwirtschaft, Gartenbau, Binnenfischerei soll in Zukunft durch die Bewirtschafter gewährleistet werden.
Foto: Juliane Menzel

„Einheitsbuddeln“ und Waldbauernversammlung

Am Samstag 03.10.2020 findet um 10.00 Uhr die diesjährige Waldbauernversammlung im Frankendorfer Wald (Nähe Neuruppin) statt: Wir blicken auf 30 Jahre FBG’en in Brandenburg zurück und beteiligen uns mit Pflanzungen am „Einheitsbuddeln“.

Waldbauern pflanzen beim “Einheitsbuddeln“  Weißtannen und Douglasien

Waldbauern aus Brandenburg beteiligen sich im Wald am “Einheitsbuddeln“, bei dem bundesweit Bäume neu gepflanzt werden sollen. In Frankendorf (Ostprignitz-Ruppin) wird der Waldbauernverband Brandenburg e.V.  30 Weißtannen- und 30 Douglasienpflanzen in den Waldboden setzen – in Erinnerung an 30 Jahre Deutsche Einheit und 75 Jahre relativen Frieden.

„Wir verbinden mit dieser Pflanzung die Hoffnung auf gutes Gedeihen und vielhundertjähriges Baumleben in gesunder und friedlicher frischer Waldluft“, so der Vorsitzende des Waldbauernverbandes Brandenburg e.V. Enno Rosenthal, der sich am 3. Oktober 2020 zusammen mit dem Vorstand der Wiederwahl stellen wird.

Am kommenden Sonnabend findet im Frankendorfer Wald in der Nähe von Neuruppin verbunden mit dem „Einheitsbuddeln“ gleichzeitig die 16. Brandenburger Waldbauernversammlung statt. Diese jährliche Zusammenkunft von aktiven Kleinprivatwaldeigentümerinnen und -eigentümern steht diesmal unter besonderen Vorzeichen. Dreißig Jahre Deutsche Einheit und Wiedererlangung der freien Verfügungsrechte über das meist aus der Bodenreform vor 75 Jahren stammende oder noch länger herübergerettete bäuerliche Eigentum, sind guter Anlass zum Feiern.

Drei Jahrzehnte Aufbau von selbständigen und erfolgreichen Zusammenschlüssen der Waldbauernfamilien in Forstbetriebsgemeinschaften des Landes Brandenburg lassen innehalten, da es nicht immer einfach war und die gegenwärtigen klimatischen und gesellschaftlichen Probleme auch die Forstwirtschaft belasten.

Einladung:   ► hier 
Ablauf und Anfahrt:   ► hier

2. virtuelle Exkursion für Waldbauern

Für den kommenden Sonnabend, den 29. August 2020, bereiten die Referenten der Waldbauernschule Brandenburg eine neue virtuelle Exkursion in die märkischen Wälder vor. Um 10 Uhr wird es auf dem YouTube-Kanal der Waldbauernschule eine ca. 45-minütige Schaltung ins Revier geben. Es geht diesmal um den Schutz und die Pflege des Waldes, die Sorgen und Nöte der Waldbauern mit kleinem Besitz, um Hilfe zur Selbsthilfe ohne viel Aufwand. Freude an der Waldarbeit, die Schönheiten der Natur und Zuversicht wollen wir teilen.Denn geteilte Freude ist doppelte Freude und gemeinsam lassen sich besondere Herausforderungen besser überwinden.

Reguläre Exkursionen der Waldbauernschule wird es im Herbst 2020 wieder geben (Exkursionszeitraum 11./12.09.2020 – 27./28.11.2020)

Die Waldbauernschule Brandenburg lädt herzlich zu den nächsten Schulungsexkursionen in die Brandenburger Waldreviere ein.

Angespannter Rohholzmarkt, Wirtschafts- und Klimakrise  –  die Welt gerät in Unordnung, aber der Wald wächst weiter und wo er stark geschädigt ist, braucht es fachlichen Rat, Geld und außerordentliche Anstrengungen, damit alles wieder in sein natürliches Lot kommt.

Der Themenkomplex Aktuelles wird einen Gesamtüberblick über die Lage vermitteln.
Auf die größte Gefahr, den Waldbrand, werden die Referenten eingehen (einschließlich Vorführung von technischem Kleingerät zur Waldbrandnachsorge).

Das Hauptthema, sinnvolle Waldverjüngung und Umbau mittels Saaten (von Saatgutgewinnung beziehungsweise Einkauf bis zur Durchführung incl. Finanzierung und Förderung) behandeln wir ausführlich.

Natürlich werden die Schulungsexkursionen der Coronalage angepasst gestaltet.

Die aktuellen Termine sowie die Möglichkeit der verbindlichen Anmeldung gibt es auf der Facebookseite der Waldbauernschule Brandenburg oder bei Waldlust Brandenburg.

SCHULUNGSEXKURSIONEN HERBST 2020

Im Herbst bieten wir in bewährter Form unsere Schulungsexkursionen im Zeitraum 11./12.09. bis 27./28.11.2020 brandenburgweit an 26 Orten an.

Überblick Termine:   ► hier
Überblick Themen:   ► hier

Hier finden Sie die Aufzeichnung der 1. virtuellen Waldbauernschule:

Minister Vogel startet Beratungsoffensive und weitere Hilfsangebote für Brandenburgs Waldbesitzer

Brandenburgs Wälder sind in einem alarmierenden Zustand. Trockenheit, Waldbrände und Schadinsekten setzten ihm zu. Die Auswirkungen des Klimawandels sind inzwischen bei allen Baumarten sichtbar. Sie als Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sind bestrebt, Ihr Eigentum zu erhalten und zu entwickeln. Hierbei wird Sie das Land Brandenburg nach Kräften unterstützen. Ich möchte Sie hierauf entsprechende Angebote der Forstbehörde und weitere Möglichkeiten aufmerksam machen, wie Sie gemeinsam mit der Landesregierung und den Interessenverbänden der Waldbesitzer Ihren Wald für die Zukunft gestalten können.

In einigen Regionen Brandenburgs wachsen bereits jetzt stabile Mischwälder, die mit den derzeitigen Wetterextremen besser zurechtkommen als Reinbestände, aus der für unser Land typischen Kiefer. Ein Mischwald, der sich aus vielen verschiedenen Baumarten zusammensetzt und einen hohen Anteil an Laubholz enthält, ist an den Klimawandel besser angepasst. Der Klimawandel führt aufgrund der Trockenheit und der Zunahme von Schaderregern lokal und regional bereits zu massiven Waldschäden. Dort, wo heute nur ausgedehnte Kiefernreinbestände wachsen, sind die Wälder besonders stark durch Schadinsekten und Waldbrände gefährdet.

Laubbäume pflanzen und säen und den Wald aktiv pflegen — das ist in den nächsten Jahren die wichtigste Aufgabe all derer, die Wald besitzen. Nur allein durch Saat und Pflanzung von Laubbäumen ist es aber nicht zu schaffen. Wir müssen auch die Kräfte der Natur nutzen, Die Bäume sorgen mit ihren Samen und Früchten selbst für Nachwuchs. Auch Tiere, wie der Eichelhäher, unterstützen dies. Zu viele Rehe und Hirsche hingegen fressen als verbeißendes Schalenwild die jungen Bäume auf und verhindern so den natürlichen Mischwald. Daher muss hier auch durch jagdliche Maßnahmen Einfluss genommen werden.

Zertifikat seit 2019

Der Aufbau der dringend notwendigen Mischwälder sowie die Anlage von Waldrändern wird zudem mit Fördermitteln unterstützt. Darüber hinaus werden neben dem Waldumbau auch Maßnahmen zum vorbeugenden Waldbrandschutz – bis zu 100 Prozent – gefördert. Durch die zunehmende Trockenheit im Zuge des voranschreitenden Klimawandels nimmt auch die Waldbrandgefahr weiter zu. Nutzen Sie die Fördermöglichkeiten und machen Sie Ihren Wald durch den Bau von Löschwasserentnahmestellen, die Herrichtung von Waldbrandschutzwegen und die Anlage von Schutzstreifen sicherer.

Die Försterinnen und Förster des Landesbetriebes Forst Brandenburg sowie freiberufliche forstliche Berater helfen Ihnen gern und beraten Sie zu allen Fragen rundum Ihren Wald. Zusammenschlüsse, wie die Forstbetriebsgemeinschaften und die Waldbauernschule, unterstützen die über 93.000 kleinen Waldbesitzer, die Waldflächen von bis zu 10 Hektar besitzen, Bitte nutzen Sie diese Möglichkeiten und Angebote, um Ihren Wald für den Klimawandel vorzubereiten und so in eine stabile Zukunft zu führen.

Ich nehme die aktuelle Situation im Brandenburger Wald zum Anlass, gemeinsam mit den forstlichen Verbänden und dem Landesforstbetrieb eine Beratungsoffensiven zu starten. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sollen umfassend informiert werden, wie wir gemeinsam die Herausforderungen des Klimawandels meistern können. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg wird hierzu Informationsveranstaltungen anbieten, die Waldbauernschule hat ihr Programm ebenfalls auf die aktuelle Situation ausgerichtet und auch die Förderprogramme dienen der Unterstützung des Waldes und seiner Besitzer. Deshalb möchte ich Sie auf den neuen Internetauftritt „Ihr Wald braucht Zukunft“ aufmerksam machen: Sie finden unter https://ihrwaldbrauchtzukunft.de/ gebündelt die wichtigsten Links und Informationen, um Ihren Waldbestand für die Zukunft zu sichern. Hier finden Sie auch Adressverzeichnisse mit den für Sie zuständigen Ansprechpartnern der Forstverwaltung.

Falls Sie es noch nicht sind: Bitte werden Sie aktiv für Ihren Brandenburger Wald.
Ohne Sie und Ihren Wald geht es nicht!

Brandenburgs Landwirtschafts-Minister Axel Vogel reiste gestern zu einem Arbeits- und Informationsbesuch nach Bad Liebenwerda, um sich ein Bild von den Waldschäden in Südbrandenburg zu machen.
Der Vorort-Termin und die Diskussion unter anderem mit dem Vorsitzenden des Waldbauernverbandes Enno Rosenthal in rbb BRANDENBURG AKTUELL:

https://www.ardmediathek.de/

„Viele suchen jetzt Wald, damit sie einen Beitrag leisten können“: Waldbäume machen gerade harte Zeiten durch. Gleichzeitig ruhen angesichts des Klimawandels große Hoffnungen auf dem Wald. In Brandenburg schlagen bereits Forst-interessierte Berliner auf, so Enno Rosenthal, der auch Möchte-Gern-Waldbesitzer berät.

Ausgefallenen Schulungsexkursionen werden nachgeholt

Die ab dem 20.03.2020 ausgefallenen Schulungsexkursionen werden an folgenden Terminen nachgeholt.

Wir hoffen, Sie sind gesund geblieben und freuen sich mit uns über die Lockerungen, die uns nun eine allmähliche Rückkehr zu unseren gewohnten Aufgaben und Tätigkeitsfeldern ermöglichen. Nach der corona-bedingten Unterbrechung unserer Frühjahrsveranstaltungen möchten  wir nun die ausgefallenen Schulungsexkursionen zumindest an einigen Orten nachholen – unter Beachtung der weiterhin bestehenden und ernst zu nehmenden Sicherheitsauflagen.

Es gab zahlreiche Anfragen und den Wunsch nach Wiederaufnahme der Waldbauernschule, auch wenn der Durchführungszeitraum nun in die Sommer- und Ferienzeit fällt.

Der hier verlinkten Übersicht können Sie die aktuellen neuen Termine entnehmen.

Die geplanten Schulungsinhalte haben wir wieder aufgegriffen, aktualisiert und den Schwerpunkt auf die Waldexkursion verlagert.

Bitte melden Sie sich rechtzeitig unter 033920 / 50610 oder waldbauern@t-online.de bei uns an.

Auswirkungen extremer Wind- und Wetterlagen auf den Wald

Als unmittelbare Folgen des Orkans „Sabine“ blieben zu Beginn dieser Woche vielerorts die Schulen geschlossen, zahlreiche Züge und Flüge fielen aus. Erst zeitverzögert zeigen sich weitere Auswirkungen von extremen Wetterlagen: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lag im Jahr 2018 der durch Wind- und Sturmschäden verursachte Holzeinschlag bei 18,5 Millionen Kubikmeter, und damit fast viermal so hoch wie im Jahr 2017 (4,7 Millionen Kubikmeter aufgrund von Wind- und Sturmschäden geschlagenes Holz).
Zuvor waren die Stürme „Xavier“ (Anfang Oktober 2017) und „Herwart“ (Ende Oktober 2017) sowie „Friederike“ (Januar 2018) über das Land gezogen.

Laut der amtlichen Statistik wurden 2018 insgesamt 65 Millionen Kubikmeter Holz geschlagen. Dass der Schadholzeinschlag mit 31,9 Millionen Kubikmeter besonders hoch war, wurde 2018 auch durch die Hitze sowie Trockenheit und der damit einhergehenden Anfälligkeit bestimmter Baumarten für Schädlinge wie etwa den Borkenkäfer bedingt. So betrug der durch Insektenschäden verursachte Holzeinschlag 2018 gut 11,3 Millionen Kubikmeter.

Dem Deutschem Wetterdienst zufolge war „Sabine“ ein Sturmtief wie es in Deutschland alle zwei bis drei Jahre auftritt, aber kein „Spitzenorkan“ wie „Kyrill“. Nachdem „Kyrill“ im Januar 2007 mit Windgeschwindigkeiten von über 140 Stundenkilometern über das deutsche Flachland und mit über 180 Stundenkilometern über die Zugspitze gezogen war, mussten im Jahr 2007 aufgrund von Wind- und Sturmschäden 31,3 Millionen Kubikmeter Schadholz geschlagen werden, und damit zwanzig Mal so viel wie im Jahr 2006 (1,5 Millionen Kubikmeter). Insgesamt lag der Schadholzeinschlag im Jahr 2007 bei 34,9 Millionen Kubikmeter.

Weitere Informationen: Holzeinschlagsstatistik – Erhebung in forstlichen Erzeugerbetrieben; Fachserie 3 Reihe 3.3.1 – 2018

Quelle: Destatis | 2020

Frühjahrs-Exkursionen der Waldbauernschule beginnen

Die Märkische Kiefer und der Klimaschutz

Die märkische Kiefer ist in Gefahr. Die Brandenburger Waldbauernschule bietet praktische Handlungsoptionen für Waldbesitzerinnen und Waldeigentümer.

Ab 21. Februar 2020 lädt der Verein der Waldbauernschule Brandenburg im gesamten Bundesland zu seinen alljährlichen Frühjahrsexkursionen ein. Bis einschließlich zum 25. April werden allen interessierten märkischen Privatwald-Eigentümern und Mitgliedern von Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) in insgesamt 25 Kursen landauf, landab umfangreiche Informationen zur Bewirtschaftung des Waldes und viele praktische Kniffe zur richtigen und nachhaltigen Waldpflege angeboten.

Die Kurse richten sich an alle Waldbesitzenden, unabhängig davon, wie viel Wald sie besitzen oder ob sie bereits in einer FBG organisiert sind. In Vorträgen wird auf Themen, wie die aktuellen Anforderungen an den Waldbau, eingegangen. Die forstliche Förderung ist ab diesem Jahr deutlich der Marktlage angepasst und so gibt es neue und höhere Festbeträge für den Waldumbau. Weitere spannende Themen sind die Robinie als Baum des Jahres 2020 und die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse. Bei der Einführung zur Exkursion wird die Frage erörtert: Was zeichnet eine gut funktionierende FBG aus? Außerdem wird im Theorieteil der aktuellen Waldbauernschule auf weitere Themen eingegangen.

Die beliebten und häufig ausgebuchten Exkursionen stehen in dieser Saison unter dem Motto: Robinie, Kiefer und andere Baumarten im Klimawandel. Der Praxisteil führt die Waldbäuerinnen und Waldbauern in ein nahegelegenes Revier.

Die Themen Wald und Klimaschutz sind derzeit in aller Munde. Brandenburgische Waldbäuerinnen und Waldbauern bemühen sich bereits seit Jahrzehnten um die Mischung ihrer Bestände und hoffen darauf, dass versprochene Unterstützungen nachhaltig auch bei den kleinen Waldbesitzerinnen und -besitzern und ihren Zusammenschlüssen – den FBGn – ankommt.

Anmeldung und Kontakt

Waldbauernschule Brandenburg

Projektträger: Waldbauernverband Brandenburg e.V.

Am Heideberg 1

16818 Walsleben

Der jüngste Sturm dürfte erneut den Wälder in Brandenburg einige Schäden zugefügt haben.
Der jüngste Sturm dürfte erneut den Wäldern in Brandenburg einige Schäden zugefügt haben.

Die Exkursionen der Waldbauernschule Brandenburg werden gefördert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und durch das Land Brandenburg

ELER-Projekt des Monats November: Hemmnis für den Waldumbau – Beseitigung der Spätblühenden Traubenkirsche

Die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) hat sich mittlerweile auch in Brandenburg fest etabliert. Zwar bringt sie einige Vorteile mit sich, wie eine verbesserte Bodenfruchtbarkeit. Außerdem schützt ihr dichter Bewuchs und die flächige Beschattung vor Waldbrand und Wind. Zudem wird die Spätblühende Traubenkirsche gern von Bienen besucht.

Allerdings ist die Spätblühende Traubenkirsche ein erhebliches Hemmnis bei der aktiven und natürlichen Waldverjüngung. Ihre Konkurrenzstärke und ihr rascher Wuchs führen in kurzer Zeit zur Verdrängung heimischer Baumarten, weshalb die sie als schädliche Pflanze mit invasiver Tendenz eingestuft wird.

Gerade in Brandenburg, wo 70 % der Fläche von Kiefern-Monokulturen dominiert ist und der Waldumbau von allen Försterinnen und Förstern vorangetrieben wird, ist die invasive Kirschenart ein Hindernis. So auch in der Forstbetriebsgemeinschaft Neuruppin, in der 17.000 Waldbesitzende organisiert sind. In der FBG wurde der Beschluss gefasst, auf einer Fläche von 1,8 Hektar in der Gemarkung Dorf Zechlin die heimische Traubeneichen (Quercus petraea) zu pflanzen und gleichzeitig die Beseitigung der Spätblühende Traubenkirsche umzusetzen. Dabei wurden größere Büsche weggeschnitten sowie kleinere herausgezogen. Das Entfernen muss regelmäßig wiederholt werden, bis die angepflanzten Eichen groß genug sein werden.

Zum Ausgleich für die Mehraufwendungen wird die Beseitigung der Spätblühenden Traubenkirsche in den Jahren 2019 und 2020 aus öffentlichen Mitteln unterstützt. Die ELER-Förderung beträgt hierfür 900 Euro – pro Hektar werden 250 Euro gefördert. Dies erfolgte auf Grundlage die Richtlinie des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung von forstwirtschaftliche Vorhaben.

Foto: FBG Neuruppin w.V.

Eiche

Auch die Eiche spielt in Brandenburg eine große Rolle

Sie ist nach der Kiefer immerhin die häufigste Baumart. Verschiedene Arten, wie die Traubeneiche oder die Roteiche, profitieren vom Klima Brandenburgs.
Neben natürlicher Verjüngung und Saat gibt es übrigens noch eine weitere Option, junge Eiche zu erhalten: Der Eichelhäher sammelt im Herbst Eicheln und versteckt sie als Wintervorrat im Boden. Da die Vögel nur einen Teil der Früchte wiederfinden, keimen die „vergessenen“ Samen im Folgejahr und dienen so der natürlichen Verjüngung des Waldes. Vielen Dank liebe Eichelhäher!

Skulptur

Wer erkennt, was hinter der Holzskulptur steckt?

Es ist ein typischer Waldbewohner mit borstigem Fell, der sich gerne im Dreck suhlt und zur Kommunikation grunzt. Die männlichen Tiere haben große Zähne, auch Hauer genannt, die weiblichen Tiere nennen sich Bache und bringen Frischlinge mit hellen Streifen zur Welt.
Wer sie schon einmal im Wald gesehen hat, weiß um deren Mächtigkeit, aber auch, dass die intelligenten Tiere meist schnell flüchten… 🐗🐗🐗