Forderungen der Waldbauern im Frankendorfer Wald beschlossen

Vorsitzender des Waldbauernverbandes: „Vielhundertjähriges gutes Gedeihen in frischer Erde, gesunder Luft und in Frieden.“

In Waldbewirtschaftung und Forst wird in langfristigen Zeiträumen gedacht und gearbeitet. Nachhaltigkeit durch ökologischen, ökomischen und sozialen Naturschutz wurden praktisch im Wald „erfunden“. Der märkische Verein der kleinen Privatwaldeigentümer fand sich am 3. Oktober 2020 zum „Einheitsbuddeln“ sowie zu seiner 16. Waldbauernversammlung im Frankendorfer Wald (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) zusammen. Von diesem Gremium wurde auch der neue Vorstand des Waldbauernverbandes Brandenburg e. V. gewählt und Enno Rosenthal im Amt des Vorsitzenden bestätigt.

Im Rahmen der diesjährigen Waldbauernversammlung wurden beim „Einheitsbuddeln“ 30 Weißtannen- und 30 Douglasiensetzlinge gepflanzt. Außerdem stellten die vereinigten Waldbauern des Landes Brandenburg eine Reihe von Forderungen an die Landes- und Bundespolitik. Damit wollen sie eine noch stärkere Anerkennung der Leistungen des Waldes, insbesondere für den Klimaschutz erreichen. Zugleich möchten sie so den Erhalt bäuerlichen Waldeigentums stärken.

Foto: Juliane Menzel

Im Frankendorfer Wald bei Neuruppin wurden sechs Forderungen der Brandenburger Waldbauern beraten und verabschiedet:

  • Der Verein erwartet eine direkte Förderung der Betriebsleitung und Verwaltung von professionell arbeitenden Kleinprivatwald-Zusammenschlüssen durch das Land. Eine aktive Unterstützung dieser Zusammenschlüsse sowie Beratung durch den Landesforst wird eingefordert. Dazu sollte eine fachkundige Beraterin oder ein Berater der zuständigen Hoheitsoberförsterei sich in Zukunft als Dienstaufgabe ausschließlich mit den Belangen der Forstbetriebsgemeinschaften befassen.
  • Angezeigt sei nach Meinung der privaten Kleinwaldbesitzer eine wirksame, zeitgemäße Reform der Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen aller aktiven Waldbauern und forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse beim dringend erforderlichen Waldumbau, bei der Behebung der Waldschäden der vergangenen Jahre sowie für den Schutz natürlicher Waldgesellschaften, wertvoller Biotope und Einzelbäume.
  • Die Wandlung der staatlichen Forstverwaltung zu einem echtem und vorbildlichen Landesbetrieb für den Landeswald sei dringend geboten, so der Verband. Die untere Forstbehörde sollte nach Auffassung der Waldbauern „eine reine Hoheits- und Beratungsbehörde ohne wirtschaftliche Aufgaben sein.“ Gefordert wird daher eine Auflösung der Hoheitsabteilung im Landesforstbetrieb und zugleich die Stärkung der Landesforstanstalt Eberswalde.
  • Schließlich müsse eine Abschaffung der Eigentümer-Umlage für Gewässerunterhaltung durch die Kommunen endlich auf den politischen Prüfstand.
  • Außerdem müsse eine Anerkennung der wirtschaftenden Forstbetriebsgemeinschaften und sonstigen Zusammenschlüsse als Forstbetriebe her. Bei Einzelbetrieben solle die Betriebseigenschaft erst ab zehn Hektar Mindestgröße im Sozialgesetzbuch und im Bundesrecht festgeschrieben werden. Der Waldbauernverband erwartet den Zugang für alle Forstbetriebsgemeinschaften, Kleineigentümer und Waldbesitzerinnen in Brandenburg zu den angekündigten 1,5 Mrd. Euro Forstförderung im Sonderprogramm des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
  • Die märkischen Waldbauern fordern eine Reform der Jagdgesetze. Das Jagdrecht sollte vom Eigentümer auf die Bewirtschafter übertragen werden, die Jagdbezirke verkleinert, generelle Mindestabschusspläne für alle jagdbaren Wildarten als Orientierung müssten eingeführt werden. Das Jagdausübungsrecht zum unmittelbaren Schutz der Betriebsfläche vor Wildschäden in Land-, Forstwirtschaft, Gartenbau, Binnenfischerei soll in Zukunft durch die Bewirtschafter gewährleistet werden.
Foto: Juliane Menzel
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